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Wissen

Was ist EDI?

EDI (Electronic Data Interchange) ist der automatisierte und standardisierte Austausch von Geschäftsnachrichten – Aufträge, Transportstatus und Rechnungen – direkt zwischen den Computersystemen zweier Partner, ohne manuelle Eingabe.

Definition

Die Bedeutung von EDI in einem Absatz

EDI steht für Electronic Data Interchange: Zwei Unternehmen tauschen Geschäftsdokumente in einem festen, maschinenlesbaren Format aus, sodass das eine System die Nachricht des anderen direkt einlesen und verarbeiten kann. Statt E-Mails mit PDFs, die jemand abtippen muss, laufen Aufträge, Statusmeldungen und Rechnungen automatisch zwischen den Systemen.

Die Nachrichten folgen einem vereinbarten Standard – im Transport ist das meist EDIFACT –, sodass beide Seiten genau wissen, wie jedes Feld aufgebaut ist. Die einzelnen Begriffe erklären wir in unserem EDI-Glossar.

So funktioniert es

Wie funktioniert EDI?

Bei EDI wandelt das Quellsystem ein Dokument in ein vereinbartes Format um und versendet es über ein gesichertes Protokoll; das empfangende System liest die Nachricht automatisch ein. In groben Zügen:

  1. Nachricht erstellen – Ihr System erzeugt eine Nachricht in einem Standardformat wie EDIFACT, XML oder JSON.
  2. Versenden – die Nachricht geht über ein gesichertes Protokoll wie AS2 oder SFTP an den Partner.
  3. Einlesen – das empfangende System liest die Nachricht automatisch ein, verarbeitet sie und schickt häufig eine Bestätigung zurück.

Die Übersetzung zwischen dem Format Ihres Systems und dem Ihres Partners heißt Mapping – das Herzstück einer zuverlässigen Schnittstelle.

Beispiel

Beispiel: So sieht eine EDI-Nachricht aus

Eine EDIFACT-Nachricht ist nicht dafür gedacht, von Menschen gelesen zu werden – mit etwas Erklärung lässt sie sich aber gut nachvollziehen. Hier ein vereinfachter Transportauftrag (IFTMIN): Ein Verlader beauftragt ein Transportunternehmen, zwei Paletten abzuholen.

UNH+1+IFTMIN:D:04A:UN'
BGM+610+ORD12345+9'
DTM+137:202610121200:203'
NAD+CZ+++Verlader BV+Industrieweg 1+Enschede++7521AA+NL'
NAD+CN+++Empfaenger BV+Havenstraat 5+Rotterdam++3011AA+NL'
GID+1+2:PX'
MEA+AAE+G+KGM:850'
UNT+8+1'
  • UNH / UNT – Anfang und Ende der Nachricht, mit dem Nachrichtentyp IFTMIN und der Anzahl der Segmente.
  • BGM – um welche Art von Dokument es sich handelt, mit der Auftragsnummer des Verladers.
  • DTM – Datum und Uhrzeit der Nachricht.
  • NAD – die Adressen: CZ ist der Absender, CN der Empfänger.
  • GID / MEA – die Ladung: zwei Paletten mit einem Bruttogewicht von 850 Kilogramm.

Jede Zeile heißt Segment und endet mit einem Apostroph. Welche Segmente Pflicht sind und was jeder Code bedeutet, legen die beiden Partner in einer Nachrichtenspezifikation fest. In der Praxis enthält ein Transportauftrag außerdem Lade- und Entladezeiten, Referenzen und Besonderheiten wie ADR.

Standards

EDI-Standards in der Logistik: EDIFACT, EANCOM und XML

Ein EDI-Standard legt fest, wie eine Nachricht aufgebaut ist. In der europäischen Logistik begegnen Ihnen vor allem diese:

  • EDIFACT – der internationale Standard der Vereinten Nationen, mit Nachrichtentypen wie IFTMIN, IFTSTA und INVOIC. Im europäischen Transport der am häufigsten genutzte.
  • EANCOM – eine Teilmenge von EDIFACT, gepflegt von GS1. Im Handel verbreitet, etwa für Bestellungen und Lieferavise (DESADV) an Distributionszentren.
  • XML und eigene Formate – viele Verlader und Plattformen nutzen ein eigenes XML-, CSV- oder JSON-Format. Im niederländischen Straßengüterverkehr ist außerdem das TLN-Format verbreitet (TLN: Transport en Logistiek Nederland, der niederländische Branchenverband).
  • ANSI X12 – das nordamerikanische Gegenstück zu EDIFACT. In den Niederlanden begegnet es Ihnen vor allem bei amerikanischen Kunden.

Welchen Standard Sie verwenden, bestimmt meist Ihr Handelspartner. Zwei Unternehmen, die beide „EDIFACT“ sagen, setzen es oft trotzdem leicht unterschiedlich um. Deshalb gehört zu jeder EDI-Verbindung eine vereinbarte Spezifikation je Partner.

In der Praxis

EDI in Transport & Logistik: Welche Nachrichten?

Im Transport dreht sich EDI um einige feste Datenflüsse zwischen Verlader, Transportunternehmen und Plattform: den Auftrag, den Status, die Rechnung und – aus dem Lager – das Lieferavis.

  • Transportauftrag – die Sendung mit allen Transportdetails (IFTMIN).
  • Statusmeldungen – abgeholt, unterwegs, zugestellt (IFTSTA).
  • Rechnungen – automatisierte Rechnungsstellung (INVOIC).
  • Lieferavis / Lieferschein – was genau unterwegs ist, häufig vom Handel gefordert (DESADV).

Möchten Sie diese Nachrichten automatisch mit Ihren Kunden oder Transportunternehmen austauschen? Dann ist es der nächste Schritt, eine EDI-Anbindung umsetzen zu lassen. Wir entwickeln sie individuell und betreuen sie, auch zwischen Ihrem Lager und dem Transport – siehe TMS und WMS verbinden.

Handel

EDI in der Handelslogistik

Wer an Supermärkte, Baumärkte oder große Onlinehändler liefert, kommt fast immer mit EDI in Berührung. Händler möchten Bestellungen elektronisch versenden und erwarten vorab ein Lieferavis (DESADV) mit genau dem, was auf welcher Palette steht – oft verknüpft mit einem SSCC-Palettenetikett nach GS1-Standard.

Für ein Transportunternehmen oder einen Logistikdienstleister heißt das: Die Daten aus Lager und Transport müssen rechtzeitig und im richtigen Format beim Distributionszentrum ankommen. Stimmt das Lieferavis nicht, kann eine Lieferung am Distributionszentrum abgewiesen oder verzögert werden.

Unterschied

EDI vs. API

EDI und eine API verbinden beide Systeme miteinander, unterscheiden sich aber in der Form. EDI arbeitet mit standardisierten Nachrichten, die häufig in Batches ausgetauscht werden, und ist der Standard zwischen Verladern, Transportunternehmen und Plattformen. Eine API arbeitet in Echtzeit und auf Anfrage. In der Praxis kombinieren Sie beides häufig.

Den vollständigen Vergleich – mit Formaten und Protokollen – finden Sie in unserem EDI-Glossar.

Kein EDI?

Alternativen zu EDI

Nicht jeder Kunde oder Partner kann EDI senden, und für einen kleinen Datenfluss ist EDI manchmal zu aufwendig. Es gibt Alternativen, die dasselbe Ziel erreichen: kein Abtippen mehr.

  • Eine API – in Echtzeit und flexibel, wenn beide Systeme eine haben. Siehe API-Schnittstellen für die Logistik.
  • Aufträge aus E-Mail, Excel oder PDF einlesen – die Aufträge Ihres Kunden werden automatisch ausgelesen und in Ihr TMS übernommen. Siehe Transportaufträge automatisch einlesen.
  • Dateiaustausch – eine CSV- oder XML-Datei, die zu festen Zeitpunkten per SFTP bereitgestellt und abgeholt wird.
Vorteile

Warum EDI?

  • Weniger Fehler – kein manuelles Abtippen
  • Kürzere Durchlaufzeit
  • Niedrigere Verarbeitungskosten
  • Zuverlässig im Produktivbetrieb
Häufige Fragen

Was ist EDI – kurz beantwortet

Ist EDI dasselbe wie eine API?

Nein. EDI nutzt standardisierte Nachrichten (häufig im Batch); eine API ist eine Echtzeit-Schnittstelle. Das eine schließt das andere nicht aus – im Transport kombinieren Sie beides häufig.

Braucht mein Transportunternehmen EDI?

Wenn Sie regelmäßig Aufträge, Statusmeldungen oder Rechnungen mit Kunden, Transportunternehmen oder Plattformen austauschen, spart EDI Ihnen Fehler und Zeit. Ihre Kunden haben kein EDI? Dann lassen sich deren Aufträge auch ohne EDI automatisch einlesen. Sie sind unsicher? Schildern Sie uns Ihre Situation.

Was ist EDIFACT?

EDIFACT ist der internationale EDI-Standard der Vereinten Nationen und im europäischen Transport der am häufigsten genutzte. IFTMIN, IFTSTA und INVOIC sind EDIFACT-Nachrichten. Siehe auch EDIFACT in unserem Glossar.

Was kostet eine EDI-Anbindung?

Das hängt von Ihren Systemen und den Nachrichten ab, die Sie austauschen möchten. Wir klären das vorab – siehe EDI-Anbindung umsetzen lassen.

Bereit für EDI?

Sagen Sie uns, mit welchen Systemen und Partnern Sie sich verbinden möchten. Wir denken unverbindlich über den besten Weg mit.